Lange und zäh war die Diskussion, ob wir nun unseren Blog korrekt lateinisch „Vox Libertatis“ oder eben „Vox Libertas“ nennen sollen. Dem Lateiner fällt der Fehler mit unnachgiebiger Härte ins Auge: Anstatt dem verlangten Genitiv wird in ganz ungebildeter Manier ein plumper Nominativ verwendet.
Darf man sich das erlauben?
Ja man darf! Aber warum?
Ist doch egal; man darf einfach. Nicht für alles braucht es gleich immer eine Begründung. Frisch von der Leber weg hat der Name mit dem Genitivfehler das Rennen gemacht. Es tönt besser; sieht besser aus und geht so schön über die Zunge.
Gestandene Politiker würden sich nun fragen, was der Grund für diesen Auswuchs von Unbildung ist. Man würde die Gründe in der Vergangenheit und im System suchen: Vielleicht würde man argumentieren, dass die Jugend nicht mehr gebildet ist, weil sie zu viel vor dem Fernseher hockt. Stimmt: Verbieten wir doch das Fernsehschauen! Oder vielleicht hat es mit diesen satanischen Smartphones zu tun, dass die Schüler nicht mehr aufpassen. Los, verbieten!
So absurd das alles klingen mag, aber das ist die Realität in der Schweizer Politik.
Jedes auftauchende Problem, jeder noch so kleinste Schönheitsfehler in unserer Gesellschaft, wird mit einem neuen Gesetz oder Verbot gelöst bzw. korrigiert.
Freiheit, Eigenverantwortung und Vernunft bleiben aussen vor. Dem Bürger wird nicht mehr zugetraut, dass er selbständig sein Leben meistern kann; er wird als Therapiefall, als Problem für Vater Staat angesehen.
Gegen das wollen wir auf dieser Plattform schreibend unsere Stimme erheben. Vox Libertas, die Stimme der Freiheit, soll der Deliberalisierung der Gesellschaft, dem Untergang von Freiheit und Verantwortung, die Stirn bieten.
Just zum christlichen Wunder der Auferstehung werden wir deshalb ab Ostermontag, dem 25. April, alle zwei Wochen im Sinne unserer Ideologie einen neuen Beitrag veröffentlichen.
Für mehr Freiheit und Verantwortung. Aus Liebe zur Schweiz.
2 Kommentare:
sich die freiheit zu absichtlichen fehlern zu nehmen... vernünftig? "Nicht für alles braucht es gleich immer eine Begründung." diese aussage versucht doch eine intuitive politik zu legitimieren. und ist nicht gerade der verstand eine der wertvollsten menschlichen eigenschaften? - es mag sein, dass zu schnell zur methode "neues gesetz" gegriffen wird, aber probleme einfach sich selbst zu überlassen bringt auch keinen fortschritt.
Nicht nur die schnellstmögliche Korrektur von Schönheitsfehlern, sondern auch der laxe Umgang mit der (hier glücklicherweise nur grammatikalischen) Wahrheit scheint mir symptomatisch für die aktuelle politische Situation zu sein. Natürlich wird der Grammatikfehler hier nur benutzt, um auf einen anderen Missstand hinzuweisen. Trotzdem sollte man sich fragen, ob es wünschenswert ist, dass Wahrheiten wider besseres Wissen verfälscht wiedergegeben werden, nur um sie dem Empfänger schmackhafter zu machen. Bei aller Liebe zu Freiheit und Eigenverantwortung sollte doch der Fokus in Gesellschaft und Politik weiterhin auf objektive Wahrheiten statt auf marketingtechnisch günstigere Halbwahrheiten gerichtet werden.
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