Montag, 25. April 2011

Seine Stimme für einen Jungen verschwenden?

Wie im Fussball müsste man auch in der Politik eigentlich die Meinung vertreten, dass es keine jungen bzw. alten Politiker gibt, sondern nur gute oder schlechte. Der Blick in die Parlamente aller Ebenen zeigt uns jedoch, dass die Jungen signifikant untervertreten sind. Muss man daraus schliessen, dass ältere Politiker die besseren sind?

Kein Netzwerk – keine Lobby
Je mehr Lebensjahre ein Mensch mitbringt, desto mehr Leute kennt er. Dieser Grundsatz gilt noch viel mehr für die Politik. Eingestandene Politiker haben ein viel grösseres Netzwerk und sind damit breiter in Gesellschaft, Wirtschaft und eben Politik abgestützt. Doch nützt dies auch der Gesellschaft, für die der Politiker in erster Linie utilitaristisch einstehen sollte? Pragmatisch gesehen eher weniger. Denn mit einem wachsenden Netzwerk steigt auch die Abhängigkeit der Person. Dort einen Gefallen, hier noch ein Zugeständnis – schliesslich ist man ja befreundet bzw. vernetzt.
Jungpolitiker haben diese Bürde nicht und vertreten deshalb nur sich selbst. Wählt man einen Jungen, wählt man noch das, was man wählen will und nicht das determinierende Netzwerk hinter einer fassadenhaften Persönlichkeit.

Leistungsschuldig
Amtsmüdigkeit ist kein Phänomen. Viele Politiker, die lange dabei sind, haben ihre Innovationskraft verloren. Dies ist nicht zuletzt auch System bedingt. Während die Jungen sich in der Politik inhaltlich und persönlich noch beweisen müssen, zehrt die ältere Generation mehr oder weniger legitimiert an den einst geleisteten Errungenschaften. Einem Jungpolitiker kann man also ruhig glauben, wenn er versichert, etwas leisten zu wollen.

Heute und morgen
Was ist wichtiger, heute oder morgen? Zugegebenermassen ist diese Frage bescheuert, denn ohne heute gibt’s kein morgen. Wer also in der Gegenwart nicht an die Zukunft denkt, der handelt zu spät. Wer allerdings in der Zukunft mehr zu verlieren, als zu gewinnen hat, der denkt verständlicherweise eher an heute, als an morgen. Während also zum Beispiel die kurz vor der Pension stehende politische Mehrheit im Parlament Sessions für Session Massnahmen bezüglich Rentenproblematik zum Teil aus Eigennutz verzögert, fürchtet die junge Bevölkerung den Rentenkollaps immer mehr.
Aus diesen Gründen braucht es nicht nur in unserer Handlungsleitlinien einen vernünftigen Ausgleich zwischen heute und morgen – es braucht ihn auch im Parlament!

Kein naturalistischer Fehlschluss
Erläutertes soll in keiner Weise unsere erfahrenen Politiker diskreditieren. Schliesslich profitieren Jungpolitiker von deren Erfahrung. Ein Staat kommt genauso wenig wie ein Unternehmer weder ohne Lehrmeister, noch ohne Lehrlinge aus. Und so ist es langsam an der Zeit zu realisieren, dass eine gute intergenerationale Mischung nur dann erreicht werden kann, wenn man selbst den Mut hat, Jungpolitiker zu wählen.

Sonntag, 17. April 2011

Von Genitivfehlern und den wirklichen Problemen unseres Landes

Lange und zäh war die Diskussion, ob wir nun unseren Blog korrekt lateinisch „Vox Libertatis“ oder eben „Vox Libertas“ nennen sollen. Dem Lateiner fällt der Fehler mit unnachgiebiger Härte ins Auge: Anstatt dem verlangten Genitiv wird in ganz ungebildeter Manier ein plumper Nominativ verwendet.
Darf man sich das erlauben?
Ja man darf! Aber warum?
Ist doch egal; man darf einfach. Nicht für alles braucht es gleich immer eine Begründung. Frisch von der Leber weg hat der Name mit dem Genitivfehler das Rennen gemacht. Es tönt besser; sieht besser aus und geht so schön über die Zunge.

Gestandene Politiker würden sich nun fragen, was der Grund für diesen Auswuchs von Unbildung ist. Man würde die Gründe in der Vergangenheit und im System suchen: Vielleicht würde man argumentieren, dass die Jugend nicht mehr gebildet ist, weil sie zu viel vor dem Fernseher hockt. Stimmt: Verbieten wir doch das Fernsehschauen! Oder vielleicht hat es mit diesen satanischen Smartphones zu tun, dass die Schüler nicht mehr aufpassen. Los, verbieten!

So absurd das alles klingen mag, aber das ist die Realität in der Schweizer Politik.
Jedes auftauchende Problem, jeder noch so kleinste Schönheitsfehler in unserer Gesellschaft, wird mit einem neuen Gesetz oder Verbot gelöst bzw. korrigiert.
Freiheit, Eigenverantwortung und Vernunft bleiben aussen vor. Dem Bürger wird nicht mehr zugetraut, dass er selbständig sein Leben meistern kann; er wird als Therapiefall, als Problem für Vater Staat angesehen.

Gegen das wollen wir auf dieser Plattform schreibend unsere Stimme erheben. Vox Libertas, die Stimme der Freiheit, soll der Deliberalisierung der Gesellschaft, dem Untergang von Freiheit und Verantwortung, die Stirn bieten.
Just zum christlichen Wunder der Auferstehung werden wir deshalb ab Ostermontag, dem 25. April, alle zwei Wochen im Sinne unserer Ideologie einen neuen Beitrag veröffentlichen.


Für mehr Freiheit und Verantwortung. Aus Liebe zur Schweiz.