Montag, 6. Juni 2011

Die FDP ist zu wenig schwul

Gabi Huber, Fraktionspräsidentin der FDP, hat kürzlich in der „Arena“ stellvertretend für die Partei eine Nein-Parole postuliert. Dieses Nein galt dort aber nicht etwa dem EU-Beitritt oder der Abzocker-Initiative, sondern der Grundsatzfrage, ob Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen.
Diese Position ist mit einer liberalen Ideologie in keiner Weise vereinbar.
Konservative sind dagegen
Gegner einer solchen Adoption versuchen nicht nur auf emotionaler Ebene zu argumentieren. So werden der Monogeschlechtereinfluss in der Erziehung oder die Gefahr des Mobbings in der Schule als mögliche Sachverhalte dargelegt, die gegen die Bewilligung der Adoption sprechen sollen. Da diese Beweggründe jedoch empirisch weder belegt noch widerlegt sind, prägt doch hauptsächlich die konservative Angst vor Ungewohntem die Argumentationsstruktur der Gegner.
Die Liberalen werden sich durchsetzen
Die FDP manövriert sich durch die von Gabi Huber aufgedrängte Position in die Kalamität, dass sie die gleiche Meinung vertritt, wie die momentane konservative Mehrheit. Damit droht der FDP, als (selbsternannte) liberalste Partei der Schweiz, ein grosses Glaubwürdigkeitsproblem. Spätestens dann, wenn andere Parteien den Erfolg eines gelungenen liberalen Wandels für sich beanspruchen werden, wird es für die FDP wieder starke Kritik hageln.
Der Wandel kommt früher oder später
Dass der Wandel kommen wird, ist nur eine Frage der Zeit. Die Bevölkerung – insbesondere die jüngere Generation – lebt bereits mit einem grossen Selbstverständnis für die Homosexuellen. Zudem werden liberale Argumente länger wie mehr für eine Mehrheit zur Prämisse. Warum sollte ein homosexuelles Paar schlechter Kinder erziehen können als Heterosexuelle? Auch dort gibt es schwarze Schafe, denen man theoretisch nie ein Kind zumuten dürfte. Warum glaubt man, dass Kinder mit homosexuellen Eltern gemobbt werden, wenn bereits heutzutage schwule Schüler nicht selten zu den Beliebtesten der Klasse gehören? Warum sollte die Entscheidung zur Adoption nicht der Eigenverantwortung der werdenden Eltern überlassen werden, die dem heimatlosen Kind ein Zuhause schenken?
Den Wechsel auf glaubwürdige Liberalität nicht verpassen
Die FDP, die bereits stark dafür kämpfen muss, dass sie nebst der Wirtschaft auch in anderen Themenbereichen als freisinnig gilt und wahrgenommen wird, muss sich lieber heute als morgen überlegen, ob sie noch bedingungslos als liberalste Partei für die Eigenverantwortung des Bürgers einstehen will und kann. Als Mitglied und Sympathisant der FDP hoffe ich natürlich darauf.

Sonntag, 22. Mai 2011

Schweizer Hommage an den Kommunismus

Wie verächtlich schauen wir doch in den Osten, der zum Teil noch Überreste des Kommunismus' aufweist. Wie verhöhnen wir doch all die Völker und Länder, die das ineffiziente System der Planwirtschaft noch nicht gänzlich ad Acta gelegt haben. Wie töricht von uns, im Glashaus mit Steinen zu werfen.

Planwirtschaft in der Schweiz
Einige mag es vielleicht überraschen, doch die Schweiz unterstützt den Kommunismus. Ist nicht die SVP im Vormarsch und sorgt endlich dafür, dass Linken und Ausländern endlich der Gar ausgemacht wird? Doch das ist sie - und dies ist ein weiterer Grund, warum die Schweiz noch immer horrende Summen für die Betreibung einer Planwirtschaft verschwendet.
Einige überrascht es sehr stark, warum wir Schweizer die hiesigen Bauern mit Milliarden subventionieren; warum wir gegen das Agrarfreihandelsabkommen mehr kämpfen, als wir es für das Bankgeheimnis je getan hätten; warum wir die rückständische Planwirtschaft in unserer sonst innovativen Gesellschaft noch immer internalisiert haben.

Eigenverantwortung des Bürgers - dies gilt auch für den Bauer
Der Freisinn ist Grund und Basis für den Erfolg unseres Landes. Weil wir stets auf die Eigenverantwortung des Bürgers zählten, gehört unser Land trotz all den widrigen Rahmenbedingungen zu den Reichsten. Gehört unsere Gesellschaft zu den Innovativsten.
Warum man diese Eigenverantwortung von den Bauern nicht verlangt, scheint mir paradox. Muss der Bauer nicht auch im Zuge des gesellschaftlichen Wandels abwägen, wie und ob er der heutigen Gesellschaft helfen kann? Muss der Bauer nicht auch nach Möglichkeiten suchen, sich zu verbessern und so seine Existenz zu sichern? Anscheinend muss er es nicht. Heureka Subventionen.

Was bezahlen Sie für Nächstenliebe?
Der Freisinn mit seinem Votum für die Eigenverantwortung des Bürgers ist natürlich nicht das einzige Prinzip, das unsere erfolgreiche Gesellschaft dorthin gebracht hat, wo sie nun steht. Ebenso zeichnet unser Land eine immense Nächstenliebe aus. Dies erklärt wohl auch, warum es niemanden stört, dass die Bauern pro Bürger 1300.- CHF jährlich erhalten. Dies erklärt wohl auch, warum es kaum jemanden stört, dass überschüssig produzierte Milch dem Abguss anvertraut wird. Dies erklärt wohl, warum auch dieses Jahr ein Drittel der Bevölkerung die SVP und damit die Förderung der landwirtschaftlichen Planwirtschaft bzw. der planwirtschaftlichen Landwirtschaft wählen.

Sonntag, 8. Mai 2011

Weniger ist mehr

„Ein Beamter sitzt im Büro. Da kommt eine gute Fee und sagt ihm, dass er drei Wünsche frei hätte. Der Beamte wünscht sich auf einer Insel mit Palmen und Sonnenschein zu liegen. Umgehend geschieht dies und so liegt der Beamte am schönsten Strand der Welt mit Palmen und Sonnenschein. Als er seinen zweiten Wunsch, von knackigen, wohlgeformten, einheimischen Mädchen am Strand verwöhnt zu werden, artikuliert, geht auch dies sofort in Erfüllung. Als letztes wünscht er sich nie wieder zu arbeiten, keinen Stress mehr zu haben und nur noch erholsame Ruhe geniessen zu können…
…*puff* und schon sitzt er wieder im Büro“

                                                                        
Dieses in der Gesellschaft verbreitete Bild des unterbeschäftigten Beamten bzw. die zynische Abhandlung dessen, muss in der Arbeitskultur unserer Staatsangestellten Spuren hinterlassen haben. Anders ist die inflationäre Zunahme von Gesetzen und unnötigen bürokratischen Prozessen nicht zu erklären. Und wenn die staatliche Regulierung und Bevormundung im selben Tempo weiter geht wie bisher, dann scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis uns Bürgern vorgeschrieben wird, welches Toilettenpapier wir wie zu verwenden haben.
Auch wenn dies an dieser Stelle ein wenig despektierlich klingen mag, so ist es doch Tatsache, dass uns die Regulierungsflut allenthalben zu überschwemmen droht. Wer zum Beispiel seinen Garten pflegen will, müsste zuvor das dazugehörige 500 seitige Reglement lesen. Wer einem KMU-Geschäftsführer fünf Minuten zuhört, der würde am liebsten die Produktion von Papier verbieten.
Natürlich scheint ein starker Staat auf den ersten Blick auch attraktiv. Sorgt er doch für Ruhe und Ordnung. Bei differenzierterer Betrachtung kann man darin aber auch einen Teufelskreis sehen: Der sich selbst aufblähende Staat ver- und bestärkt seine Legitimation durch diese Ordnungsfunktion, die nur deshalb von einem immer grösseren Staatsapparat durchgesetzt werden muss, weil der bevormundete Bürger sicher länger wie mehr der Eigenverantwortung entzieht.
Der Entzug der gesellschaftlichen Eigenverantwortung ist nicht nur aus liberal-ideologischer Sicht tragisch, sondern kostet der Bevölkerung logischerweise ein Haufen Geld (Regulierungen verfassen bzw. überprüfen, Missachtungen sanktionieren etc.).
Am meisten unter diesem staatlichen Durchlauferhitzer leidet der Mittelstand. Denn während die Armen finanziell vom Sozialstaat profitieren und die Reichen zwar lauthals über zu hohe Steuern fluchen, aber ohnehin nicht wissen, was sie mit den Millionen anstellen sollen, wird der konsumtreibende Mittelstand dort geschröpft, wo's ihm am meisten weh tut - in seinem für den Konsum zur Verfügung stehenden Freibetrag.

Eine liberale Grundhaltung reduziert sich deshalb nicht nur auf das (Wirtschafts-)Dogma „freier Markt“, sondern erstreckt sich über jeden Gesellschaftsbereich, da die Eigenverantwortung des Bürgers den Kern dieser Ideologie darstellt. Dass dadurch wie aufgezeigt der Staat entschlackt und die (wirtschaftliche) Wohlfahrt der Bevölkerung gesteigert wird, scheint dabei ein erträglicher Nebeneffekt.

Montag, 25. April 2011

Seine Stimme für einen Jungen verschwenden?

Wie im Fussball müsste man auch in der Politik eigentlich die Meinung vertreten, dass es keine jungen bzw. alten Politiker gibt, sondern nur gute oder schlechte. Der Blick in die Parlamente aller Ebenen zeigt uns jedoch, dass die Jungen signifikant untervertreten sind. Muss man daraus schliessen, dass ältere Politiker die besseren sind?

Kein Netzwerk – keine Lobby
Je mehr Lebensjahre ein Mensch mitbringt, desto mehr Leute kennt er. Dieser Grundsatz gilt noch viel mehr für die Politik. Eingestandene Politiker haben ein viel grösseres Netzwerk und sind damit breiter in Gesellschaft, Wirtschaft und eben Politik abgestützt. Doch nützt dies auch der Gesellschaft, für die der Politiker in erster Linie utilitaristisch einstehen sollte? Pragmatisch gesehen eher weniger. Denn mit einem wachsenden Netzwerk steigt auch die Abhängigkeit der Person. Dort einen Gefallen, hier noch ein Zugeständnis – schliesslich ist man ja befreundet bzw. vernetzt.
Jungpolitiker haben diese Bürde nicht und vertreten deshalb nur sich selbst. Wählt man einen Jungen, wählt man noch das, was man wählen will und nicht das determinierende Netzwerk hinter einer fassadenhaften Persönlichkeit.

Leistungsschuldig
Amtsmüdigkeit ist kein Phänomen. Viele Politiker, die lange dabei sind, haben ihre Innovationskraft verloren. Dies ist nicht zuletzt auch System bedingt. Während die Jungen sich in der Politik inhaltlich und persönlich noch beweisen müssen, zehrt die ältere Generation mehr oder weniger legitimiert an den einst geleisteten Errungenschaften. Einem Jungpolitiker kann man also ruhig glauben, wenn er versichert, etwas leisten zu wollen.

Heute und morgen
Was ist wichtiger, heute oder morgen? Zugegebenermassen ist diese Frage bescheuert, denn ohne heute gibt’s kein morgen. Wer also in der Gegenwart nicht an die Zukunft denkt, der handelt zu spät. Wer allerdings in der Zukunft mehr zu verlieren, als zu gewinnen hat, der denkt verständlicherweise eher an heute, als an morgen. Während also zum Beispiel die kurz vor der Pension stehende politische Mehrheit im Parlament Sessions für Session Massnahmen bezüglich Rentenproblematik zum Teil aus Eigennutz verzögert, fürchtet die junge Bevölkerung den Rentenkollaps immer mehr.
Aus diesen Gründen braucht es nicht nur in unserer Handlungsleitlinien einen vernünftigen Ausgleich zwischen heute und morgen – es braucht ihn auch im Parlament!

Kein naturalistischer Fehlschluss
Erläutertes soll in keiner Weise unsere erfahrenen Politiker diskreditieren. Schliesslich profitieren Jungpolitiker von deren Erfahrung. Ein Staat kommt genauso wenig wie ein Unternehmer weder ohne Lehrmeister, noch ohne Lehrlinge aus. Und so ist es langsam an der Zeit zu realisieren, dass eine gute intergenerationale Mischung nur dann erreicht werden kann, wenn man selbst den Mut hat, Jungpolitiker zu wählen.

Sonntag, 17. April 2011

Von Genitivfehlern und den wirklichen Problemen unseres Landes

Lange und zäh war die Diskussion, ob wir nun unseren Blog korrekt lateinisch „Vox Libertatis“ oder eben „Vox Libertas“ nennen sollen. Dem Lateiner fällt der Fehler mit unnachgiebiger Härte ins Auge: Anstatt dem verlangten Genitiv wird in ganz ungebildeter Manier ein plumper Nominativ verwendet.
Darf man sich das erlauben?
Ja man darf! Aber warum?
Ist doch egal; man darf einfach. Nicht für alles braucht es gleich immer eine Begründung. Frisch von der Leber weg hat der Name mit dem Genitivfehler das Rennen gemacht. Es tönt besser; sieht besser aus und geht so schön über die Zunge.

Gestandene Politiker würden sich nun fragen, was der Grund für diesen Auswuchs von Unbildung ist. Man würde die Gründe in der Vergangenheit und im System suchen: Vielleicht würde man argumentieren, dass die Jugend nicht mehr gebildet ist, weil sie zu viel vor dem Fernseher hockt. Stimmt: Verbieten wir doch das Fernsehschauen! Oder vielleicht hat es mit diesen satanischen Smartphones zu tun, dass die Schüler nicht mehr aufpassen. Los, verbieten!

So absurd das alles klingen mag, aber das ist die Realität in der Schweizer Politik.
Jedes auftauchende Problem, jeder noch so kleinste Schönheitsfehler in unserer Gesellschaft, wird mit einem neuen Gesetz oder Verbot gelöst bzw. korrigiert.
Freiheit, Eigenverantwortung und Vernunft bleiben aussen vor. Dem Bürger wird nicht mehr zugetraut, dass er selbständig sein Leben meistern kann; er wird als Therapiefall, als Problem für Vater Staat angesehen.

Gegen das wollen wir auf dieser Plattform schreibend unsere Stimme erheben. Vox Libertas, die Stimme der Freiheit, soll der Deliberalisierung der Gesellschaft, dem Untergang von Freiheit und Verantwortung, die Stirn bieten.
Just zum christlichen Wunder der Auferstehung werden wir deshalb ab Ostermontag, dem 25. April, alle zwei Wochen im Sinne unserer Ideologie einen neuen Beitrag veröffentlichen.


Für mehr Freiheit und Verantwortung. Aus Liebe zur Schweiz.